22. Lehrter Blues-Festival

Zickenalarm auf der Blues-Bühne

Das wurde ja auch mal wieder Zeit! Zwar ist die Bluesszene nach wie vor eine Männerdomäne, aber stimmgewaltige Mädels wie Lisa Forsanker (Schweden, 2002 zu Gast in Lehrte), die Sängerin von Voodoo Child, Janine Smith (2001 hier), unübersehbar schwanger - und wo wir schon mal dabei sind, hatte Pubgubbarna 1998 nicht auch eine Blueslady im Gepäck? - die beeindruckende, stimm- und auch sonst gewaltige Sängerin Susanne Eisen von Phonus Balonus (1987 und 1997), Pat Klipp, die 1996 für die eigentlich angekündigte Torita Quick einsprang und beim Reggie Moore / Rudy Stevenson Quintett kurzfristig die Frontfrau machte, haben allesamt am Rodelberch bleibende Eindrücke hinterlassen.

Kat BalounAber auch die beiden Mädels von Sweet Mama (1991) aus Frankreich, die unglaubliche Würzburger Bluesröhre Tanja Tischer, zarte Erscheinung, aber hart im Geben bei den Bootleggin Hobos (1994) sowie eine nicht minder gebenedeite Kollegin aus der gleichen Stadt, Jessica Born (diesen Namen hat übrigens Jacques Berndorf alias Michael Preute, der Autor der Eifel-Krimis, für eine ziemlich fiese Krimifigur verwendet!) von der Foolhouse Bluesband (1992), sollen auch nicht unerwähnt bleiben. In der Historie des Bluesfestivals nicht fehlen dürfen natürlich auch Sydney Ellis & Her Yes Mama Band, schließlich hatte die farbige Sängerin aus West Virginia, die sich auch in Jazzgefilden äußerst heimisch fühlt, den Berch komplett in der Hand...

Ana PopovicNa gut, letztes Jahr war Mamasitah Fillmore mit ihrer Band aus Österreich (husch, husch....) zu Gast in Lehrte. Und die Trommlerin von Aynsley Lister, Sarah Jones, erst 19 Jahre jung, hat den dreibeinigen Kollegen gezeigt, wo die sticks fliegen... Zickenalarm wirds bei den coolen Bluesladies wohl nicht geben, aber dieses Mal bitten gleich zwei Bluesband-Chefinnen zum Berch: Die gebürtige Texanerin Kat Baloun - ihre Wiege stand in El Paso - lebt in Berlin und bringt von dort auch ihre Band "The Alleycats" mit. Ebenfalls eine neue Heimat hat sich Ana Popovic aus Jugoslawien gesucht: Sie agiert jetzt musikalisch in und von Utrecht aus. Die Kritiker stellen beiden hervorragende Zeugnisse aus, und die Demo-CD.s gingen ab wie Schmidts Katze - pardon, like Smiths cat - hoffen wir, dass unsere oberkritischen Festivalbesucher das ebenfalls so empfinden.

Zum Schluss - wie immer - das Wetter: Die Aussichten sind, wenn man hier mal so rauskukkt, regnerisch und trüb. Aber immer noch besser als in Helsinki, wo die Leichtathletik-Weltmeisterschaft "Land unter!" melden musste und die ganzen Hammerwerferinnen und Stabhochspringer den Wetter-Blues schoben. Vom Berch zum Schwüblinxer Flachland ein Gruß & ein Trost an die Biker und ihr Herbstfestival im August: Es hätte schlimmer kommen können! So ein bisschen Schnee im August... Und was bedeutet das fürs Lehrter Bluesfestival? Endlich wieder Blues-Wetter.