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„Young Generation“ organisiert eigene Jugendfreizeit

LEHRTE (sv). Das Landschulheim Froschsee bei Ruhpolding in Bayern mit den zahlreichen Sportangeboten in der Umgebung war den jungen Leuten von Besuchen aus ihrer eigenen Kindheit gut bekannt. Sie hatten die dortigen Ferienaufenthalte mit anderen Familien aus dem Verein Blues in Lehrte mit vielfältigen Unternehmungen und gemeinsamem Kochen in bester Erinnerung behalten. Nun wollten sie auch mal andere teilhaben lassen: Jonah Beilfuß, Julius Beuth, Iman Deveci, Katharina Wilkending und Tom Veenhuis vom Blues-Verein organisierten jetzt in Eigenregie eine Jugendfreizeit in Bayern. Zehn Kinder und Jugendliche aus Lehrte im Alter zwischen zehn und 16 Jahren waren der Einladung gefolgt - und haben es nach eigenen Angaben nicht eine Minute bereut. Die Aussage aller: „Das hat einen Riesenspaß gemacht!“

Die Premiere war klasse, gerne wieder (von links): Michel, Julius, Christian, James, Justus, Katharina, Iman, Jonah und Tom haben eine tolle Freizeit mit viel Sport und Spaß in Bayern verbracht. (Foto: Susanna Veenhuis)

Die Premiere war klasse, gerne wieder (von links): Michel, Julius, Christian, James, Justus, Katharina, Iman, Jonah und Tom haben eine tolle Freizeit mit viel Sport und Spaß in Bayern verbracht. (Foto: Susanna Veenhuis)

Die Aktion hatte noch einen anderen Hintergrund: Nachwuchs für das Lehrter Bluesfestival zu gewinnen. Schon auf Bobbycars hatten die jungen Leute damals als Kinder den Rodelberch unsicher gemacht, während ihre Eltern immer am ersten „Samstach“ im September im Hohnhorstpark Bühne und Stände aufbauten, Biertischgarnituren aufstellten, die eingeladenen Musiker betreuten und bis zu 2.000 Festival-Besucher bedienten. Im Grundschulalter forderten diese „Blues Kids“ selbst aktive Teilhabe ein. Sie konnten zwar damals kaum über den Tresen gucken, aber ihrer Meinung nach brauchte das Bluesfestival dringend einen Süßigkeiten-Stand, den sie mit einer selbst zusammengestellten Auswahl bestückten und Süßes an die Festivalbesucher verkauften. Der Stand kam gut an, das Angebot wurde ausgebaut, und so ganz nebenbei sammelte der Blues-Nachwuchs erste organisatorische Erfahrungen bei der Planung, dem Einkauf, dem Aufbau und nicht zuletzt in den praktisch angewandten Grundrechenarten bei Preiskalkulation und Verkauf von Weingummi, Schoko- und Müsliriegeln und anderen Dingen für den „süßen Zahn“.
Dem Süßigkeitenstand längst entwachsen, haben die Blues Kids der ersten Stunde mittlerweile als „Young Generation“ andere verantwortungsvolle Aufgaben bei der Organisation des jährlichen Festivals übernommen. Eine davon ist die Nachwuchs-Werbung. Immerhin besteht das Bluesfestival als feste Größe und Publikumsmagnet im Lehrter Veranstaltungskalender seit 37 Jahren und soll nach dem Willen der jüngeren Mitmacher auch weiterhin stattfinden.

Wenn es nach der Stimmung und den Angeboten während der Bayernfreizeit geht, bleiben alle Teilnehmer dabei: Mountainbike-Touren, Tischtennis- und Kicker-Turniere, Fußball-Golf und das Schwimmen im acht Grad kalten Froschsee direkt am Landschulheim werden wohl in guter Erinnerung bleiben. Am besten hat allen das Canyoning gefallen, eine professionell geführte Kletter- und Wandertour mit natürlichen Wasserrutschen und spektakulären Sprüngen aus neun Metern Höhe in Felsenbecken, die natürlich mit Action-Kameras festgehalten wurden. Spezialanzüge schützten vor Wind und Wasserkälte. „Einige meinten, das sieht aus wie 20 Meter Höhe. Es fühlt sich auch so an“, berichtete Jonah Beilfuß, einer der fünf Teamer.

Leicht höher als der Lehrter „Rodelberch“: Mit Mountainbikes und zu Fuß bezwangen die Lehrter bei Ruhpolding so manchen bayerischen Berg. (Foto: Privat)

Leicht höher als der Lehrter „Rodelberch“: Mit Mountainbikes und zu Fuß bezwangen die Lehrter bei Ruhpolding so manchen bayerischen Berg. (Foto: Privat)

Auch das gemeinsame Kochen in Kleingruppen, Aufräumen und Saubermachen klappte hervorragend. Anstatt am Handy zu daddeln, kamen abends im Gemeinschaftsraum die guten alten Brettspiele wieder zum Einsatz. „Mir hat es mit Euch auch einen Riesen-Spaß gemacht, ihr wart verantwortungsvoll und habt alle einen netten Umgang miteinander gepflegt“, lobte Teamer Julius Beuth die Teilnehmer. „Ihr habt keinen Mist gemacht, Verabredungen wurden immer eingehalten, und man konnte sich auf Euch verlassen“, fügte Katharina Wilkending hinzu. „Das war das erste Mal, dass wir so etwas organisiert haben“, sagte Tom Veenhuis. „Danke, dass Ihr uns Eure Kinder anvertraut habt“, richtete er sich mit einem Augenzwinkern an die Eltern.

Ob das mit den Teilnehmern der Freizeit als Blues-Helfer auch so klappt, wie sich das Betreuungsteam das vorstellt, wird sich im September beim 37. Bluesfestival erweisen. Mit Max, 14 Jahre, und Paul Klotzsch, elf Jahre, waren schon zwei lange praktizierende Blueshelfer unter den Teilnehmern. Seit über fünf Jahren bedienen sie bei jedem Festival zusammen mit Papa Jürgen fleißig die Gäste am Grillstand, bei ihnen erübrigte sich die Werbung.

Nach diesem erfolgreichen Einstieg strebt das bewährte Team eine weitere Jugend-Freizeit an. Allerdings können sie für dieses Jahr keine Versprechen machen, da einige noch gar nicht wissen, wohin Berufsausbildung und Studium sie verschlagen werden. Aber mit dem Blues Special mit Ingvay und seiner Band am Samstag, 15. Februar, im Anderen Kino hat die „Young Generation“ ebenfalls Premiere bei der Organisation eines Konzerts und hofft auf viele interessierte Besucher.